Warum kommt es oft zu Blähungen bei Babys?

Der Darm der Babys ist mit der Aufnahme der noch ungewohnten Nahrung direkt nach der Geburt noch ein wenig überfordert, da die für die Verdauung nötigen Mikroorganismen erst aufgenommen werden. Zudem arbeitet der über das vegetative Nervensystem gesteuerte Darm abends und nachts am aktivsten – die Darmbewegungen schieben die Luft verstärkt durch den Körper.

Im Schnitt dauert es etwa zwölf Wochen, danach hat sich der Darm angepasst.
Deutlich gravierender als diese ersten Verdauungsprobleme aber ist, dass Babys beim Schreien Luft schlucken, die sich dann im Bäuchlein sammelt (Siehe auch Ursachen für Blähungen – Aerophagie). Druck entsteht, der einen Ausweg sucht. Dauert der Blähzustand an und verkrampft sich das Baby regelmäßig, spricht man von Dreimonatskoliken.

Babys bei Blähungen helfen

Um dem Baby bei der Vermeidung und Verarbeitung von Blähungen zu helfen, können Eltern schrittweise vorgehen.

Wenn das Baby gestillt wird:

  • Vermeiden Sie diejenigen Nahrungsmittel, auf welche die stillende Mutter des Kindes mit Verdauungsbeschwerden reagieren
  • Stillen Sie nach Bedarf, nicht nach Uhrzeiten
  • Trinken Sie als stillende Mutter keine stark kohlensäurehaltigen Getränke, stattdessen Fenchel-Kümmel-Anis-Tee

Wenn das Baby die Flasche bekommt:

  • achten Sie auf qualitativ hochwertige und der Lebensphase des Babys angepasste Fläschchen-Nahrung

Begleitend dazu:

  • Versuchen Sie, das Baby zu beruhigen, damit die Blähungen nicht durch Luftschlucken verstärkt werden
  • Geben Sie dem Baby verdünnten, lauwarmen Stilltee oder Fenchel-Kümmel-Anis-Tee auf einem Löffel
  • Massieren Sie den Darm des Babys im Uhrzeigersinn sehr sanft (mit zwei Fingern) schneckenhaus-kreisend vom Magen ausgehend. Ändern Sie auf keinen Fall die Massagerichtung, da die langsame Bewegung im Uhrzeigersinn der natürlichen Darmbewegung am ehesten entspricht.
  • Benutzen Sie gegebenenfalls Bäuchleinsalbe, Bäuchlein-Öl oder Vier-Winde-Öl zur Massage
  • Treten die Blähungen häufiger auf und hilft keines der genannten Mittel, können auch Kümmelzäpfchen (Carum carvi Suppositorien) angewandt werden.
  • Entwickeln sich vereinzelte Blähungen zu Koliken, kann es ratsam sein, ein blähungsreduzierendes Mittel, einen Entschäumer oder ein Entkrampfungsmittel anzuwenden. Achten Sie hierbei darauf, dass die Präparate ausdrücklich für Babys zugelassen sind und verwenden Sie diese, auch bei nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten, strikt nach Vorschrift!